Schwarzer Tee, wie gesund ist er wirklich?

Regelmäßig ausreichend Trinken im Allgemeinen, und Tee im Besonderen, gilt als gesund. Dabei werden die unterschiedlichen Wirkungen der Teesorten vernachlässigt. Gerade der schwarze Tee ist in den letzten Jahren immer wieder im Focus. Auch wird immer wieder über seine Wirkung und seinen Gesundheitswert spekuliert. So heißt es, dass der schwarze Tee beim Abnehmen hilft, Entzündungen lindert, ja sogar Krebs soll er vorbeugen können.

In Deutschland erfreut sich Tee wachsender Beliebtheit. So tranken im Jahr 2012 bereits 47% der Menschen unter dem 50. Lebensjahr regelmäßig Tee. In der Überzahl sind es Frauen, die den Genuss des schwarzen Getränks für sich entdeckt haben. Aber auch Männer wissen die wohltuende Wirkung von Tee zunehmend zu schätzen. So wurden in dem Jahr 18.960 Tonnen Tee in Deutschland konsumiert. Davon waren 76,5% schwarzer Tee.

 Doch was ist wirklich dran, an dem Mythos schwarzer Tee? Wie wirkt er überhaupt und hält er, was seine Anhänger versprechen? Ist der schwarze Tee nun ein Lifestyle Getränk, ein Kult oder doch ein wertvolles Genussmittel mit einer besonderen Wirkung und einem Gesundheitswert für den menschlichen Organismus?

 

Was ist schwarzer Tee überhaupt?

Sicher ist Dir auch schon aufgefallen, dass viele unterschiedliche Schwarztee – Sorten im Handel erhältlich sind. Doch was bedeuten sie eigentlich und wie kannst Du Dich für eine Sorte entscheiden?

Die Bezeichnung schwarzer Tee, der ursprünglich „Roter Tee“ genannt wird, entspricht einer Variante der Teeherstellung und stellt einen Oberbegriff unterschiedlicher Sorten des Tees dar. Die Blätter der Teepflanze werden in einem unbehandelten, also grünem Zustand als Grüntee getrunken werden. Nach einer gesonderten Behandlung und Veredelungsprozess reifen sie zu dem beliebten schwarzen Tee heran.

 

Kleiner geschichtlicher Ausflug

Der grüne Tee wurde in Europa lange Zeit getrunken. Von Holland fand er den Weg europäische Breitengrade. Die Briten waren schnell von dem exotischen Geschmack überzeugt und stiegen einst ebenfalls in den Handel mit Grüntee ein. Seither gehört die nachmittägliche englische „Tea Time“  fest zur Kultur des Landes. Der Import wurde professionell von der Britischen – Ostindien – Kompanie abgewickelt.

Nach erfolgreichen Testpflanzungen der Teepflanze in der britischen Kolonie Indien wurde seither die Teeblätter veredelt, und somit schwarzer Tee für Europa produziert. Dies galt vor allem dem Vorhaben sich von China mit seinen Grüntee – Gewohnheiten abzugrenzen. Ebenso entsprach der schwarze Tee dem europäischen Geschmack eher als der grüne, unreife Tee. Den Weg in die deutschen Küchen fand der schwarze Tee jedoch erst gegen Ende des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

 

Wie der schwarze Tee hergestellt wird

Die frisch geernteten, grünen Blätter der Teepflanze werden gut belüftet in Weidekörben zur Trocknung gelagert. Danach werden die Blätter mittels einer besonderen Technik gerollt. Das Ziel hierbei  ist es, dass die Zellwände aufbrechen und sich so die ätherischen Öle freisetzen. Nun folgt eine weitere Lagerung. Dabei sollte ein konstantes Klima herrschen, welches die Oxidation, früher auch Fermentierung genannt, in Gang setzt und die Teeblätter veredelt. Hier ist eine stetige feuchtwarme Luft von mindestens 30 Grad Celsius nötig. Es wird darauf geachtet, dass sie nicht zu eng liegen, damit kein Feuchtigkeitsstau entsteht. Das würde den Vorgang der Oxidation, früher Fermentierung genannt, empfindlich beeinflußen und die Qualität des Tees mindern oder gar zerstören.

schwarzer tee gesundDieser Prozess dauert so lange bis die Teeblätter eine kupferrote Färbung angenommen haben. Die Farbe und ein typischer Geruch sind sichere Zeichen für die Vollendung der Veredelung. Zum Zweck der Konservierung werden die Blätter bei einer Temperatur von 85 Grad Celsius erneut getrocknet. Dann folgt eine Sortierung nach unterschiedlichen Qualitätseinstufungen mittels einer Maschine.

Grob unterschieden wird hier in:

  • Blatttee, der Pekoe
  • gebrochene Teeblätter, Broken Pekoe
  • zerriebene Blätter und Staub, Fannings

 

Woher kommt schwarzer Tee

Weil der Teestrauch ein feucht – warmes Klima bevorzugt beschränkt sich sein Anbaugebiet auf tropische Wälder um den Äquator bei einer Höhe zwischen 500m und 2000m. Bei diesen optimalen Bedingungen wird der Teestrauch 3 bis 4m hoch und hat eine Lebensdauer von 100 Jahren. Das macht ihn besonders nachhaltig für die Produktion von schwarzem Tee für die ganze Welt.

 

Anbaugebiete für Tee, der zu Schwarztee verarbeitet wird:

  • China: es zählt zu den Hauptanbaugebieten für Tee. Hier werden die grünen Blätter geerntet, die dann speziell zu schwarzem Tee veredelt werden. Besonders der Tee aus der Provinz Yunnan gilt als der Edelste. Er weist eine rötliche Färbung auf, die ihm den Beinamen „Roter Tee“ einbrachte. Auch andere bekannte Teesorten, wie beispielsweise der „Lapsang Souchong“ werden hier für den Export in alle Welt produziert
  • Indien: hier existieren ganz unterschiedliche Anbaugebiete und Territorien, die sich auf den Tee Anbau spezialisiert haben. Bekannte Schwarztee – Sorten haben in Indien ihren Ursprung. Diese tragen stets den Namen des jeweiligen Staates.
  1. Assam ist die bekannteste Tee Sorte, die in der beliebten „Ostfriesenmischung“ zu finden ist.
  2. Darjeeling dieser Tee gehört zu den besten und bekanntesten des schwarzen Tees. Produziert wird er im Bundesstaat Westbengalen, am Fuße des Himalaja in einer Höhe von 800m bis 2000m. Da der Anbau in Hanglage erfolgt ist er schwierig, der Tee jedoch besonders aromatisch.
  3. Sikkim liegt nordöstlich von Darjeeling und dient ebenfalls dem ausgiebigen Tee Anbau. Hier entsteht ein etwas kräftiger Tee, als man es vom Darjeeling gewohnt ist.
  • Nepal: auch in diesem Land wird bereits seit 1863 Tee angebaut. Heute obliegt dieser eher den kleinen Privatbauern.
  • Sri Lanka: aus Sri Lanka kommt der bekannte und weit verbreitete Ceylon Tee. Mit dem Export 31.000 Tonnen gilt Sri Lanka als größter Produzent von Schwarztee. Der Tee wächst hier auf ehemaligen Kaffeeplantagen, die einst zerstört worden sind.
  • Afrika: afrikanische Länder gewinnen, bezüglich des Teeanbaus und Exports, immer mehr an Bedeutung. Auch wenn der Anbau aufgrund der teils extremen Hitze nicht ganz einfach ist bringen doch Regenzeiten die nötige Luftfeuchtigkeit. Inzwischen produziert Afrika 37.000 Tonnen schwarzen Tees für den Export. Verwendet wird dieser vorrangig für Beuteltee und Mischungen.

Weitere, weniger bedeutsame, Anbaugebiete sind: Südamerika, Türkei, Europa und der Iran

 

Die Wirkung des Schwarztee auf den menschlichen Organismus

Schwarzer Tee enthält, wie auch der Kaffee, Koffein. Die enthaltene Menge des Trimethylxanthin ist jedoch nur etwa halb so groß wie beim Kaffee selbst. Somit ist die anregende Wirkung auch geringer als bei dem Genuss von Kaffee. Jedoch hält diese leicht stimulierende Wirkung länger an, weil das Koffein des Schwarztees langsamer in den Blutkreislauf übergeht. Das bedingt sich durch die beinhalteten Gerbstoffe, die das Koffein binden und dieses nur schrittweise an den Kreislauf abgeben.

Der schwarze Tee regt den Stoffwechsel und die Hirntätigkeit an, was die Aufmerksamkeit steigert.

Die Gerbstoffe gehören zu den Adstingenzien und wirken zusammenziehend. So können diese Stoffe Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Das macht man sich bei unterschiedlichen Störungen des allgemeinen Wohlbefindens zunutze. So gelten Gerbstoffe als gesundheitsfördernd.

Nachteilige Wirkung:

Eine übermäßige Aufnahme der Gerbstoffe im Schwarztee hat jedoch eine gegenteilige Wirkung und kann die Eisenaufnahme aus der Nahrung hemmen. Das führt dann zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit und einer blassen Hautfarbe.

Ebenso kann der übermäßige Konsum die Schleimhaut des Magens reizen und so Schmerzen verursachen.

Bedingt durch das Koffein treten bei der Überschreitung der täglichen maximalen Aufnahmemenge Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen auf. Das ist das Erscheinungsbild einer leichten Koffeinvergiftung. Bei einem längerfristigen Missbrauch des schwarzen Tees entsteht ein Mangel an den lebenswichtigen Nährstoffen:

  • Vitamin C
  • Vitamin B6
  • Calcium
  • Eisen

Hier wird auch bei ausreichender Aufnahme die Einschleusung in den Kreislauf  und Bereitstellung unterbunden.

Wird schwarzer Tee im Zusammenhang mit Alkohol und Nikotin aufgenommen, so wird die toxische Wirkung der Genussmittel sogar noch verstärkt. Die gesundheitsfördernden Eigenschaften werden so aufgehoben.

Bei bestimmten Medikamenten kann die Wirkung aufgehoben werden, wenn zusätzlich schwarzer Tee getrunken wird. Auch einige Nahrungsergänzungsmittel verlieren ihre positiven Eigenschaften auf den Körper.

Gegen welche Beschwerden der schwarze Tee eingesetzt werden kann

Der schwarze Tee kann auch als leichtes Therapeutikum eingesetzt werden. In einer Metaanalyse wurde nachgewiesen, dass schwarzer Tee gerade auf das Herz – Kreislauf – System eine regulierende Wirkung hat. Bei regelmäßigem Genuss von schwarzem Tee über 12 Wochen konnte eine deutliche Senkung des systolischen Blutdrucks festgestellt werden. Somit lässt sich ein Bluthochdruck mit schwarzem Tee sanft therapieren.

Mit der zusammenziehenden Wirkung der Gerbstoffe des schwarzen Tees ist er ein beliebtes Hausmittel zur Behandlung von Durchfällen. Die Krankheitserreger werden abgetötet und die Entzündung des Darms geht schnell zurück.

Auch auf Lungen-erkrankte hat der Tee eine positive Wirkung. Das im schwarzen Tee enthaltene Theophyllin wird in der Medizin zur Weitung der Bronchien, und somit in der Behandlung von Asthma eingesetzt. Hier unterstützt der Tee die Lungengesundheit und Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft.

Auch äußerlich lässt sich Schwarztee gegen Pickel, Aphten, Wunden und Hautentzündungen, ebenso gegen Neurodermitis, einsetzen. Die zusammenziehende Gerbstoffe des Tees lindern Juckreiz, lassen Entzündungen abklingen und verhindern Narben. Auch Hämorrhoiden erfahren durch einen aufgelegten Schwarzteebeutel so eine Entlastung. Diese ziehen sich zusammen, und das Brennen lässt nach.

 

Wie schmeckt der schwarze Tee eigentlich?

Der Geschmack des schwarzen Tees scheidet die Geister. Generell ist dieser von der schwarzer tee wie schmeckt erIntensität der ätherischen Öle abhängig. Diese entfalten sich während der Zubereitung des Tees.

Je nach Sorte, Zubereitung und Ziehzeit hat der schwarze Tee einen erdigen bis bitteren Geschmack.

Unter Verwendung von Zitrone und Milch kann dieser intensive Geschmack abgerundet werden.

Wie viel Tee am Tag ist denn nun gesund?

Der Genuss des schwarzen Tees, bezüglich seiner Wirkung, ist umstritten. Denn bei der Oxidation gehen wertvolle Vitamine und Mineralstoffe verloren. So trägt der schwarze Tee keinen nennenswerten Beitrag zur Deckung der entsprechenden Vitalstoffe. Enthalten sind so im Schwarztee noch Kalium, Fluorid, sowie geringe Mengen aus der B- Vitamin – Gruppe, Gerbstoffe und ätherische Öle. Letztere verleihen diesem Tee sein unverwechselbares Aroma.

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit gilt für Koffein, welches im Schwarztee enthalten ist, eine Höchstgrenze von 400 mg pro Tag als gesundheitlich unbedenklich. Für werdende Mütter und Stillende gilt eine Höchstgrenze von 200 mg pro Tag, damit die Entwicklung des Kindes nicht gefährdet wird.

Für Heranwachsende ist ein Wert von 3 mg pro Kg Körpergewicht festgesetzt. Dieser gilt als unbedenklich.

Wie viel Schwarztee sollte man am Tag trinken?

Da schwarzer Tee weniger Koffein enthält als Kaffee kannst Du davon mehr pro Tag trinken als vom Kaffee.

Diese entspricht knapp 7 Tassen schwarzen Tees pro Tag, bei einem Koffeingehalt von 60 mg.

Also gilt hier, wie bei allen anderen Dingen auch, die Menge macht`s.

 

Ist schwarzer Tee gesünder als Kaffee?

Diese Frage ist klar mit einem Ja zu beantworten. Denn beim schwarzen Tee kommen dir die sekundären Pflanzenstoffe zugute, bei einem geringeren Koffeingehalt. Anders als beim Kaffee regt schwarzer die Bildung der Magensäure nicht an. Somit ist er verträglicher und magenschonend.

Überdies hinaus hat Schwarztee keine negative Wirkung auf den Cholesterinspiegel im menschlichen Blut.

Die richtige Zubereitung des schwarzen Tee

Wenn Du möchtest, dass der Tee ein wohlschmeckendes Getränk ist und sich seine volle Wirkung entfaltet, dann solltest Du einige Dinge beachten. Bei einer Ziehzeit von 2 bis 3 Minuten besitzt Dein Tee die anregende Wirkung. In dieser Zeit gehen die Koffein – Stoffe in den Tee über. Die beiden Stoffe Theobromin und Theophyllin sorgen im Körper für die stimulierende Wirkung.

Bei einer Zeit des Ziehens über 5 Minuten werden zu viele Gerbstoffe im Tee gelöst, die diesen bitter und sehr herb machen. Außerdem verliert er seine anregende Wirkung und beruhigt den Körper eher.

Den Tee solltest du stets mit frischem, kochendem Wasser aufgießen. Das Wasser sollte sprudelnd heiß sein, damit eventuelle schädliche Erreger abgetötet und der Tee sein Aroma entfalten kann.

Zu bedenken ist, dass Schwarztee stark färbend ist. Bestenfalls benutzt Du für deinen schwarzen Tee eine eigene Kanne, die dann eine Patina durch den Tee ansetzt.

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